Bedürfnispyramide

22. Juli 2005

Unter den Anthroplogen, Verhaltensforschern und Psychologen herrscht Einmütigkeit darüber, was der Mensch braucht, um ein zufriedenes Leben zu führen. Die Maslowsche Bedürfnispyramide sagt nicht mehr, als auch schon Bert Brecht in der “Dreigroschenoper” wusste. Brecht hat halt etwas verallgemeinert:

Erst kommt das Fressen, und dann die Moral!

Wenn die grundlegenden Sorgen wie Essen, Kleidung und Wärme vertrieben sind, legt der Mensch wert auf Anerkennung, Sozialleben und Sicherheit.

Theorie? Sicher nicht!

Neulich in “Scrubs” (das ist jene TV-Serie, die die Studiodekoration und Handlungsfäden von “emergency room” aus zweiter Hand benutzt, nur wird jeder Gutmensch im Drehbuch durch einen Zyniker ersetzt):

Schwester A hat was mit Doktor Z. Aber so ganz klappt’s dann eines Nachts nicht, und in der jungen Liebe entsteht ein erster feiner Riss.

Schwester A deutet am Tag darauf das gegenüber Schwester B an. Schwester B, ganz mitfühlende Zuhörerin, ist bereit, sich auf ein langes Gespräch von Frau zu Frau einzulassen und die Sorgen von A zu teilen. Bloß: A will keine Sorgen teilen, ist verstockt und nicht vertrauensselig.

B kann nicht anders und stößt heraus: “Bitte, brauch’ mich!”

Da ist sie wieder, die Bedürfnispyramide.