Der Knochenmann

1. April 2009

Leiden kann Josef Hader wie kaum ein zweiter aus der U-Fraktion. Und leiden lassen Autor Wolf Haas und Regisseur Wolfgang Murnberger ihren Brenner ganz ordentlich im Knochenmann, körperlich/seelisch. In der Szenerie einer Brathendlstation stolpert Simon Brenner durch eine undurchsichtigen Knäuel um den despotischen Patriarchen, rustikale bis kalt-dumpfe Dorfgeschichten, verschwundene Prostituierte und einen schwächlichen, unterdrückten Sohn.

So weit, so bekannt. Ein alpiner Krimi wie erwartet.

Aber: So wie Sergio Leone mit “Once Upon a Time in the West” aus dem schemahaften Western-Genre ausgebrochen ist, so legen Josef Hader, Brigitte Minichberger und vor allem auch Josef Bierbichler eine feine Schicht Sprachlosigkeit, selbstverständliche Gewalt und unaufgeregte Brutalität in die Szenen, die an den Seherwartungen zerrt wie ein Bluesgitarrist am G-Akkord.

Höchst empfehlenswert und genussvoll. Sicher der Film des Jahres 2009 aus Österreich.

(Foto © Luna Filmverleih/Thomas Esterer-Christine Horn)