Die Legende von Yahoo! Search

27. November 2005

Google

Yahoo! Search ist irrelevant. Es ist an der Zeit, das offen auszusprechen.

Wenn ich auf von mir betreuten Websites anschaue, welche Suchmaschinen die Besucher auf die jeweiligen Sites bringen, kann ich ausser Google und seinen Ablegern Google Image oder Froogle kaum noch andere Suchmaschinen als Verweis-Quellen entdecken.

Das kann doch nicht sein: Immer wieder zitierte Marktuntersuchungen sprechen doch von drei grossen Teilnehmern am Suchmaschinenmarkt: Google, Yahoo! und Microsofts MSN Search, kurz GYM.

Die Marktanteile werden im Allgemeinen zu circa 40 bis 50% Google zugeschlagen, gefolgt von Yahoo mit 30% und MSN Search mit 15%. Viele Suchmaschinenoptimierer und auch Website-Betreiber bemühen sich deswegen, in allen drei Suchmaschinen gut gelistet zu sein.

Ich halte das auf Grund meiner Beobachtungen für verlorene Liebesmüh. Google hat zumindest im deutschsprachigen Raum eine dominierende Stellung erreicht, die alle anderen Mitbewerber in eine Schlacht um die übrigen zehn Prozent vom Kuchen drängt.
Jeremy Zawodny, ein Yahoo-Mitarbeiter, gibt einen Anteil von 15 Prozent für seine persönliche Website an, und wundert sich:

The gap between Google and Yahoo! is hard to interpret, since it doesn’t come close to matching the publicly available market share numbers. The same is true of the numbers for MSN and AOL. They should be higher.

Warum ist Google bald ein Monopolist?

Google macht vieles richtig:

  • Websuche ist das Kernprodukt und bringt mit dem Anzeigenprogramm AdWords Geld in Googles Kassen.
  • Die Basistechnologie dafür finanziert die anderen Angebote wie Maps, Mail, Froogle oder Base. Diese Bereiche wiederum sind für Google Feldversuche in Informationspools, die nicht einfach als Website greifbar sind, wie eben E-Mails, Geodäsiedaten oder Produktkataloge.
  • Die Benutzeroberfläche der Websuche steht für sich alleine. Es wird nicht versucht, das gesamte Angebot in einer Portaloberfläche wie bei Yahoo zusammenzufassen. Der Benutzer kann ohne langwierige Orientierung sofort mit seiner Frage loslegen.

Yahoo punktet offensichtlich bei “Individualisten” oder denen, die in den Suchresultaten von Google Qualität vermissen.

MSN Search profitiert davon, in der Standardinstallation von Windows und Internet Explorer als Suchfunktion für’s Web fix verdrahtet zu sein, und damit von der Bequemlichkeit der Anwender.

Realistisch scheinen die Auswertungen von WebHits.de zu sein, die die Marktanteile von Yahoo! Search und MSN Search bei jeweils vier bis fünf Prozent ansiedeln.

Der Yahoo-Verzeichnisdienst