Effektives Webmarketing im österreichischen Tourismus

21. Januar 2006

Urlaub im Salzkammergut am Attersee (Foto: Robert Wetzlmayr)

Fragt mich neulich ein befreundeter Betreiber eines Hotels am Attersee nach der erfolgreichsten Methode, mit der er neue Hotelgäste im Internet ansprechen könnte.

Ist die Nutzung der Dienste von TIScover sinnvoll, oder ist es doch besser, eine eigene Website auf die Bein zu stellen?

Ich sage klipp und klar: “Sowohl, als auch…”

Was leistet TIScover?


Hoteliers und Tourismusanbietern bietet TIScover, das prominenteste österreichische Fremdenverkehrsportal, verschiedene Möglichkeiten der Unternehmenspräsentation im Internet.

Gasthöfe, Pensionen oder Hotels können in die Datenbank von TIScover aufgenommen werden und Gästebuchungen auf Provisionsbasis durch diese Vermittlung erreichen. Interessenten können über viele Kriterien jene Beherbergungsbetriebe ausfiltern, die ihren Ansprüchen entsprechen. Diese konzentrierte Informationsleistung kann ein Hotelier niemals auf dem Weg einer selbst unabhängig betriebenen Homepage anbieten.

Eine Eintragung in die Tourismusdatenbank der TIScover halte ich daher für eine sinnvolle Marketingmassnahme. Ob sie für den eingetragenen Betrieb auch wirtschaftlich ist, hängt von den konkreten Umsätzen und Provisionskosten ab.

XXL-Homepages und XL-Homepages bei TIScover

Als weitere Dienstleistung erstellt TIScover für interessierte Tourismusbetriebe Websites in mehreren Ausbaustufen. Hier glänzt TIScovers Stern nicht besonders hell.

Diese Websites werden auch unter dem Dach von TIScover oder den regionalen Adressen aus dem TIScover-Imperium wie zum Beispiel Oberoesterreich.at, Niederoesterreich.at oder Tirol.at angelegt.

Für den Unternehmer entsteht der vordergründige Vorteil, zu kalkulierbaren festen Kosten eine eigene Website betreiben zu können und sich nicht mit anderen Dienstleistern wie Werbeagenturen oder Webdesignern herumschlagen zu müssen.

Die Macht von TIScover

Dazu kommt, dass TIScover einen sehr exklusiven Status innerhalb des österreichischen Fremdenverkehrswesens erreicht hat, nicht zuletzt durch umfangreiche Unterstützungen aus Politik und Verwaltung. Über die Verbindungen zwischen dem überwiegend mit Landesmitteln finanzierten Verein “Tirol Werbung”, dessen operativer 100%-Tochter “Tirol Werbung GmbH” und der zu 91% dieser Tirol Werbung GmbH gehörenden TIScover AG kann man zum Beispiel im Bericht des Tiroler Rechnungshofes (PDF, 1,6MB) aus 2004 lesen:

[…] die Marktposition und die angebotenen Produkte der Tiscover AG sind auch das Resultat jahrelanger Entwicklungs- und Aufbauarbeit der TIS-Tourismus Informations Systeme GmbH (kurz: TIS GmbH), die erheblich durch öffentliche Mittelzuwendungen unterstützt wurde. […]

Private Anbieter von ähnlichen Dienstleistungen oder alternative Konzepte haben’s da natürlich schwer. So folgen viele Hoteliers und Tourismusverantwortliche dem Zug der Lemminge Strom der Mehrheit und legen ihre Internetaktivitäten in die Hände des Platzhirschen.

Was dabei nicht berücksichtigt wird, ist die dahinterstehenden Technik:


Je nach gekauftem Homepage-Paket ähneln die Websites der teilnehmenden Tourismusbetriebe einander durch die verwendete Schablonentechnik in Struktur, Layout und Optik zum großen Teil. Ein Hervortreten aus der Masse ist damit schwierig, und das in einem Marktumfeld, das geradezu danach schreit, sich von den Mitbewerbern abzuheben und Kunden auf der Ebene der Gefühle anzusprechen.

Fazit

Mit TIScover erreicht der Hotelbetreiber Interessenten, die nach Sachkriterien wie Zimmerausstattung, Hotelkategorie oder Verfügbarkeit wählen.

Emotionen und “Bauchentscheidungen” werden durch eine individuelle Website wesentlich stärker hervorgerufen. Das heißt, dass gerade Gäste mit nicht so knappem Budget und dem Drang nach Erholung, Entspannung oder auch andererseits Adrenalinstößen und Freizeitspaß durch die Maschen fallen.