Festplatten in VMware einfach vergrößern

18. Juni 2008

Die Größe der in einer VMware-Maschine “eingebauten” Festplatte wird bei der ursprünglichen Konfiguration der virtuellen Hardware festgelegt und ist im Gegensatz zur Hauptspeichergröße nicht einfach zu ändern. Im Einklang mit den Naturgesetzen der IT ist der vorgesehene Harddisk-Platz natürlich irgendwann später zu klein, und es beginnt die Suche nach Tipps zur HD-Vergrößerung ohne Datenverlust.

Im Web finden sich oft diverse Varianten eines zweistufiges Verfahrens: Im ersten Schritt wird die Festplattengröße über den VMware-Diskmanager vmware-vdiskmanager auf den gewünschten Wert erhöht und die darauf vorhandene Partition anschließend über einen Partitionmanager wie gparted oder diskpart.exe auf die gesamte neue Festplattengröße erweitert. Weil diese Partitionsvergrößerung nicht vom gerade laufenden Betriebssystem aus angestoßen werden kann, benötigt man dafür eine zweite VM, in dem die virtuelle Festplatte gemountet wird. Eine der vielen Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu findet sich beispielsweise hier.

Seltener liest man über ein einfacheres Verfahren, dass ich persönlich bevorzuge:

Mit dem VMware vCenter Converter Standalone kann man nicht nur physische in virtuelle Maschinen konvertieren, sondern auch Images zwischen Virtualisierungslösungen umwandeln und dabei Hardwareveränderungen unterbringen. Angenehmerweise geht der VMware Converter nicht davon aus, dass das Quell- und das Zielsystem von verschiedenen Virtualisierungslösungen stammen müssen, und so steht einer Konvertierung von VMware zu VMware mit eingeflochtenem Festplattenupgrade nichts im Weg.

Die dafür nötigen Schritte im Einzelnen:

1. Installiere VMware Converter im Hostsystem.

2. Fahre das virtuelle Gastsystem ordentlich herunter.

3. Starte den VMware Converter und wähle “VMware Workstation or other VMware virtual machine” als Source Type aus.

4. Suche die .vmx-Datei der Quell-VM. Nach der Auswahl liest der VMware-Converter die Hardware-Einstellungen aus dem Image – das dauert ein wenig.

Specify Source - VMware Converter

5. Als Zielsystem wird “VMware Workstation or other VMware virtual machine” gewählt und ein Name für das neue Image bestimmtt:

Specify Destination - VMware Converter

5. Im nächsten Schritt lassen sich die Dimensionen aller Festplatten verändern. Hier ein wenig großzügiger zu sein schadet nicht, da der Speicherplatz ohnehin erst bei Bedarf wirklich belegt wird.

View/Edit Options - VMware Converter

7. Nach der abschließenden Einstellung der Netzwerkanbindung des Gastsystems und ein paar anderer nebensächlicher Optionen beginnt die Konvertierung, die schon ein Weilchen dauern kann.

VMware vCenter Converter Standalone

8. Fertig!

Diese Methode funktioniert erprobterweise bei Windows als Gastsystem in einer VMware Workstation. Erfahrungen mit anderen Betriebssystemen wie Ubuntu oder anderen Virtualisierungslösungen habe ich persönlich nicht.