Googles neuester Service: Beratung vermögender Privatkunden

8. Januar 2007

Endlich bin ich ein Mal erster bei der Jagd nach neuen Google Services:

Google, ein unabhängiges Dienstleistungsunternehmen, welches vermögenden Privatkunden und deren Familien persönliche Beratung und Betreuung bietet.

Das ist ein echter Screenshot, bei meiner Ehr’! Es beschreibt sich der österreichische Google-Ableger wie folgt:

Ein unabhängiges Dienstleistungsunternehmen, welches vermögenden Privatkunden und deren Familien persönliche Beratung und Betreuung bietet.

Das ist ja mal ehrlich. Oder wäre die Erklärung, dass selbst die allwissenden Datencenter von Google manchmal an Schluckauf leiden? Nach dem jüngst eingetretenen Komplett-Verlust von E-Mails, der einige Google-Nutzer doch recht unvermutet getroffen hat, wäre das ja durchaus vorstellbar…

Google im Zielkonflikt

Dieser Eintrag entsteht auf Grund von zwei – hier skurril zusammen wirkenden – Ursachen:

  1. Google verwendet für den Textauszug zu einem Suchtreffer die Beschreibung der Website aus dem Open Directory dmoz. Dort ist war in der Rubrik …: Kapitalanlage: Anlageberatung: Österreich ein Eintrag der Firma Collegium – Family Office mit eben dieser Beschreibung zu finden.
  2. Google verfolgt Weiterleitungen, die von einer Website ausgelöst werden, bis zum endgültigen Ziel und verwendet diese endgültige Adresse in der SERP.

Die Collegium-Website leitet – aus welchem Grund auch immer – beim Aufruf direkt zu www.google.at weiter:

[...]
<meta http-equiv="refresh" content="0;URL=http://www.google.at">
[...]
<script language="javascript">
window.location.href="http://www.google.at";
</script>
[...]

So also kommt Google Österreich zu einem Eintrag bei Google als Vermögensverwalter mit dem persönlichen Service.

“Helft mit!”, sagt dmoz.

dmoz hat ja im letzten Jahr nur wenige positive Meldungen verzeichnen dürfen, angefangen von den wiederholten Vorwürfen der Bestechlichkeit über die monatelangen Ausfälle wegen eines Serverschadens bis hin zum aufkommenden Ruf eines egozentrischen, sich selbst genügenden Klüngels von Insidern.

Dem gegenüber steht die prompte Reaktion des dmoz-Editors liszt, der den irreführenden Eintrag innerhalb von zwei Stunden aus dem Katalog entfernte…