Ich glaube, die starren mich alle an...

7. Januar 2006

Wonderbra, der Hersteller von Vorrichtungen zur schmerzfreien Brustvergrösserung, fährt eine neue Werbekampagne. Vergessen sind die tiefen Einblicke in Eva Herzigovas Dekolleté.

Die neue Kampagne der Publicis Conseil Paris zeigt, mit welchen Auswirkungen Wonderbra-Trägerinnen belohnt werden: Die gesamte Besatzung einer U-Bahn-Rolltreppe starrt von der Gegenspur auf die von den Dessous hochgepushten Brüste (Foto: Vincent Dixon).

Positiv formuliert:

Every woman who opens her favorite magazine will come face to face with a double-page ad with 15 to 20 people staring back at her; she’ll definitely get the impression she’s capturing everyone’s attention when she enters the room, as if she were wearing the Wonderbra herself.

Ich stell’ mir gerade vor, ein Hersteller von Männerslips würde Ähnliches versuchen: Einen Slip mit integrierter Hasenpfote oder gemächtvergrössernden Silikonpolstern anbieten und diese Dessous mit einen Foto bewerben, das Dutzende Frauen mit stierem Tunnelblick auf den stolzen Träger zeigt. Das hält wohl der selbstbewussteste Macho nicht aus, um so weniger ein Mann, der eine Ego-Prothese tragen müsste. Schweissausbruch, rote Birne, verschämt an der Wand entlang verdrücken.

Also: Entweder sind Frauen anders gestrickt und werden von solchen Aussichten zum Kauf motiviert. Oder: Die Verkaufszahlen von Wonderbras werden auch nicht mehr das sein, was sie einst mal waren.

Kommentare

  1. Das Foto beschreibt ziemlich gut (wenn auch etwas übertrieben) was Frauen wollen: Anerkennende Blicke vom männlichen Geschlecht und neiderfüllte Blicke der weiblichen Fraktion – aber in Maßen!
    Gehört der Nummer 1 Hingugger – das sekundäre Geschlechtsmerkmal – seit Wonderbra zum modellierbarsten Körperteil einer Frau, so möchte dieser auch dementsprechend präsentiert werden.
    So in Szene gesetzt werden auch unscheinbare Hänge-Quasteln zu Genick-Verreisser inklusive Flirt-Faktor.

    Fazit: Mädels, zeigt was ihr habt (wenn auch geschummelt) ohne einen Gedanken an die nackten Tatsachen beim Auspapierln der Mogelpackung zu verschwenden.