Mini-Kopfhörer Pioneer SE-E03II

17. April 2006

Der exzellente Sennheiser MX 400 ist mein liebster Minikopfhörer. Die Bässe sind druckvoll, die Höhen ausgeglichen auch bei hohen Lautstärken. Aber zu sportlichem Einsatz ist er einfach nicht geeignet, dazu sitzen die Stöpsel nicht fest genug. Beim Joggen ständig an den Ohren herumzumanipulieren nervt.

Die Lösung: Ein Ohrbügel-Kopfhörer.

So weit her geholt oder innovativ ist die Idee an sich ja nicht, aber wenn man sich ein wenig einliest und die Erfahrungen anderer berücksichtigt, merkt man rasch, dass es gar nicht so einfach ist, ein funktionierendes Headset zu finden: Teils sind die Ohrbügel zu hart, teils sind die Kabel der Belastung nicht gewachsen und knicken rasch ab, andere klagen über Konstruktionen, bei denen der Schweiß in das Kopfhörer-Innere eindringt, um blöderweise die Musik in Gluckern zu ersticken.

Der Pioneer SE-E03 hat diese gedankenlosen Schwächen nicht. Das offene System wird wie eine Brille an die Ohren geklemmt und hält sich dort beinahe unmerklich fest. Die 20 Gramm Gewicht sind ignorierbar, und auch die Silikon-Umhüllung der Bügel ist auch auf feuchter Haut sehr angenehm zu tragen.

Wer den optischen Eindruck (eine Kreuzung zwischen “Raumschiff Enterprise” und “Mission Impossible”) noch ultimativ verbessern will, sollte auf jeden Fall die Ausführung im Graphitfaserdesign wählen.

Zurück zum Wesentlichen: Bedingt durch den offenen Aufbau ist der Schalldruck geringer als bei einem In-Ear-System, damit verfallen auch die Bässe eher. Bei großen Lautstärken werden die Höhen bald mal quengelig und schrill. Definitiv also kein Kopfhörer für Jogger mit HiFi-Ambitionen. Für alle anderen zählen die Vorteile: Der Pioneer ist leicht und tragbar, trotzt Erschütterungen und lässt sich stundenlang unaufdringlich tragen. Daher: Empfohlen als Zweit- und Sportkopfhörer.