Optimierung für Suchmaschinen

3. September 2005

Wenn die teure Website keine Kunden bringt, ist das Thema verfehlt. Also muss die Website erstmal bekannt werden und mehr Besucher anziehen. Suchmaschinen sind dazu eine der wichtigsten Komponenten.

Den Erfolg einer Website beeinflusst die Reihung in den Trefferlisten der Suchmaschinen ganz wesentlich:

  • 90 Prozent der Suchenden verwenden nur die erste Seite der Trefferliste, die Google & Co. präsentieren.
  • Der olympische Gedanke “Dabei sein ist alles” ist im Web fehl am Platz, das wirtschaftlich lukrative Ziel ist nahe der Position 1.

Vereinfacht gesprochen: Im Bewerb um eine lukrative Suchmaschinenreihung gibt es nur zehn gute Plätze! Geht’s nach den Marktanteilen der search engines in den deutschsprachigen Ländern, reicht es oft, bei Google bestens gereiht zu sein. Andere bekannte Namen wie Yahoo! oder MSN Search sind eher in den englischsprachigen Ländern bedeutend.

Teure Website, schlechte Reihung bei Google, keine Kunden: Was tun?

Was also hilft den Suchmaschinen dabei, eine Website zu finden und deren Inhalte optimal zu erfassen? Die erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung beginnt mit der Einhaltung von ein paar einfachen Grundsätzen, die die Reihung bei Google positiv beeinflussen:

Fachbegriffe des Suchmaschinenvoodoos

  • SERP: Die Trefferliste einer Suchmaschine, in der Links zu Vorkommen des eingegebenen Suchbegriffs sowie weitere Informationen aus der gefundenen Seite dargestellt werden.
  • PR: Ein Maß für die Popularität einer Webseite, die Google aus der Popularität und Anzahl jener Seiten errechnet, die auf die betreffenden Seite verweisen. Der Gedanke dahinter ist: “Was von vielen erwähnt wird, muss interessant sein.”
  • URL: Die Adresse eine Webseite, beispielsweise http://www.example.org/sektion/detail

Suchmaschinen lesen gerne!

Suchmaschinen erfassen Text. Keine Bilder, keine Flash-Animationen, keine gescannten Prospektblätter, kaum PowerPoint-Folien. Also ist die wichtigste Aufgabe, den Suchmaschinen Text anzubieten, in jeder möglichen Form:

  • Als leserlichen Text auf der Seite
  • Als Teil von Seitenbeschreibungselementen in HTML
  • Als Alternativtext zu den Bilder auf der Seite
  • Als Benennung von Links

Die Möglichkeiten zur Optimierung einer Website sind umfassend. Je mehr davon schon bei der Gestaltung der Website einfließt, desto weniger muss man zusätzliche Maßnahmen als Ergänzung einsetzen. 10 einfache Methoden dazu finden Sie im Artikel Do-it-yourself-Suchmaschinenoptimierung: Wie fange ich an?

Achte auf die Marke

Der Titel der Seite ist das erste Element, das ein Besucher sieht. Noch bevor er die Seite lädt, zeigt die SERP den Seitentitel. Falls Suchbegriffe unmittelbar im Seitentitel vorgefunden werden, wird die Seite hoch gereiht.

Schön sprechen!

Suchmaschinen erfassen viele dynamisch erstellten Webseiten absichtlich nicht, um Seiteneffekte auf den besuchten Websites zu vermeiden. Ein Kriterium für diesen Ausschluss ist die Gestaltung der URL, die zu der Seite führt.
Wie Suchmaschinen dynamische Seiten identifizieren, erläutert dieser technische Abstecher.

Zwei technische Mittel werden eingesetzt, um Seiten unter solchen dynamischen URLs trotzdem durch Suchmaschinen erfassbar zu machen:

  • Statische Brückenseiten: Dabei werden HTML-Seiten erfasst, die direkt zu den Kern-Inhalten führen. Zwischenschritte über vermeidbare URL-Konstruktionen werden ausgeschaltet.
  • URL-Umschreibung: Aus einer parameterbasierende URL wird eine quasi-statische erzeugt, zB wird aus www.example.com/?section=products&artno=4 das leserliche www.example.com/products/4. Das verwendete CMS muss diese Umschreibung unterstützen (Als Webserver für solche Umschreibungen ist Apache mit dem Modul mod_rewrite gut geeignet).

Du hast fünf Sekunden Zeit

Wenn eine Website in einer SERP auftaucht, ist schon mal ein wichtiges Ziel erreicht. Jetzt muss der Anwender nur noch erkennen, dass das Suchresultat auch zu einem lesenswerten Inhalt führt. Die zwei Zeilen, die die Suchmaschine als Textauszug darstellt, müssen passen. Hier hilft keine Technik, kein Voodoo-Marketing: Der Inhalt der Seite zählt.

Daher ist eine Hauptaufgabe, den Text auf einer Website für zwei Zielgruppen zu gestalten: Den menschlichen Leser und den Spider der Suchmaschinen. Das wird zwar die Wortwahl und den “Sprachschatz” der Site beeinflussen, muss aber nicht zu unleserlichen und mit Suchbegriffen vollgestopften Texten führen. Oft geht es nur darum, von zwei synonymen Wörtern den bei den Kunden geläufigeren auszuwählen oder mehrere alternative Ausdrücke im Text zu verwenden (als Beispiel: “Pressluft” oder “Druckluft” auf einer Website eines Kompressorlieferanten).

Die Recherche nach Synonymen, Flexionen und Assoziationen zu einem Suchwort erleichtern die Wortinventare der großen Werbeplatz-Vermarkter, das externe Keywordtool von Google AdWords und das Suchwort-Inventar von Overture / Yahoo. Beide sind kostenlos ohne Anmeldung oder Advertiser-Konto benutzbar.

Dr. Jekkyl oder Mr. Hyde?

Die meisten Webseiten sind, technisch betrachtet, unter mehr als einer Adresse erreichbar:

  • www.example.com
  • example.com
  • www.example.com/index.html
  • example.at

Die Kreativität kennt keine Grenzen. Der Websiteeigentümer will Verwechslungen vorbeugen und vermeiden, dass jemand eine ähnliche Adresse für eine andere Website registriert, die technische Realisierung trägt ihren Teil bei.

Und in allen Variationen erreicht man den identischen Inhalt. Dieser Wildwuchs führt dazu, dass sich die von den Suchmaschinen gemessene Popularität einer Seite auf mehrere URLs verteilt. Damit kriegt jede URL nur einen Teil vom Kuchen, obwohl der ganze Kuchen auch zu haben wäre.

Lösung: Erzwingen von eindeutigen, so genannten kanonischen URLs. Die technischen Mittel dazu beschreibt Christoph Schneegans oder die Organisation no-www.org.

Popularität ist ein wesentliches Kriterium, das Suchmaschinen verwenden, um die Reihung der tausenden Suchtreffer zu einem Suchbegriff festzulegen. Das Maß für Popularität ist zumindest für Google die Anzahl der Links, die auf eine Seite verweisen. Google vergibt dafür eine eine Zahl zwischen 0 und 10, den bekannten PageRank.

Also ist es wichtig, auf jede erdenkliche Weise für Links auf die eigene Site zu sorgen: Einträge in Verzeichnissen, Linktausch mit “befreundeten” Websites, Inserate und vieles mehr. Dabei sind Links von Sites, die thematisch zu der beworbenen passen, günstiger als solche aus bunt gemischten Linksammlungen.

Vermeiden sollte man Links, die von puren Linksammlungen stammen. Ähnlich wie im realen Leben sollte man also auf “gute Nachbarn” Wert legen.

Vorsicht vor den SEO-Aufschneidern

Die oben stehenden Grundregeln bilden ein Gerüst für Verbesserungsarbeiten an einer Website. Diese Bauanleitung konkret umzusetzen ist je nach Menge und Ranking der Konkurrenzseiten echte, zeitraubende und know-how-intensive Arbeit. Der kluge Unternehmer kümmert sich besser um sein Kerngeschäft und delegiert Fachaufgaben an Spezialisten: Mit dem Finanzamt rauft der Steuerberater, das Google-Ranking verbessert der professionelle Suchmaschinen-Spezialist.

Ein Tipp zur Auswahl eines SEO-Profis, bevor Sie einen Optimierungsvertrag abschließen: Wer als Referenz angibt, eine Website für obskure Suchphrasen wie Südwestwohnung Köln, Dienstleistungen für Marketing oder ähnlich an den Haaren herbeigezogenen Abfragen auf die erste Seite bei Google “optimiert” zu haben, hat sich nicht an wirklich herausfordernden Wettbewerbssituationen abgearbeitet. Für den umkämpften Begriff Versicherungsvergleich schaut das schon ganz anders aus…

To be continued…

Ganz schön viel, auf das man achten muss. Und doch nur ein Teil das ganzen Bündels. Die optimale Lösung gibt’s leider nicht, weil sich das Ziel dauernd bewegt: Was noch gestern das ultimative Mittel war, um Seiten in Google nach oben zu pushen, ist heute verpönt und wird von Google mit Ausschluss aus dem Index gestraft.

Ein Abstecher in den Maschinenraum des World Wide Web, Sektion “Webweiser und Verkehrszeichen”

In den Anfängen der World Wide Web waren Webseiten unveränderliche HTML-Dateien, die üblicherweise über eine hierarchisch aufgebaute URL erreichbar waren. Einzelne Hierarchieebenen wurden mittels Schrägstrich getrennt (zum Beispiel http://www.example.com/sektion/detail.html). Diese Form der URL wird uneingeschränkt von Suchmaschinen erfasst.

Mit der technischen Weiterentwicklung des Web entstanden Seiten, die Ihren Inhalt dynamisch je nach Kontext erstellten. Dieser Kontext konnte beispielsweise

  • von Suchbegriffen stammen
  • aus einen Shop-System kommen
  • oder benutzerspezifisch angepasst sein wie bei einer Webmail-Oberfläche.

Zur Erstellung dieser Seiten werden Parameter in die URL gepackt, die mit Fragezeichen (?) und Ampersand (&) gekennzeichnet werden.

Beispiele: