Palm Handhelds, Eigenschaften und Alternativen

4. Mai 1999

Den Palm Handhelds bis 2002 sind einige Eigenschaften gemeinsam:

  • Betriebssystem PalmOS mit den integrierten Anwendungen für Kalender, Aufgaben, Kontakte, Mail und Kostenabrechnung. Alternativen: LinuxDA ist eine Linux-Portierung auf den Palm III x / III xe gelungen.
  • LCD-Anzeige mit 160×160 Pixeln in Graustufen oder Farbe. Ausnahmen: Sony und HandEra lieferten Geräte mit 320×320 bzw. 160×240 Pixeln.
  • Abmessungen in der Größenordnung von 12×7×2 cm³, Gewicht zwischen 150 und 200g.
  • Texteingabe mit Stift via Handschriftenerkennung (Grafitti) mit einblendbarer Bildschirmtastatur. Falttastaturen sind als Zusatzteile erhältlich, allerdings ist damit der Größenvorteil verspielt…
  • Datensynchronisation mit Desktop-Anwendungen wie Outlook, Lotus Notes oder StarOffice unter Windows, MacOS und Unix.
  • Hardwareerweiterungen sind je nach Modell und Hersteller mit inkompatiblen Methoden möglich.
  • Magere Softwareausstattung im Lieferumfang, dafür riesiges Angebot an qualitativ hochwertiger Free- und Shareware.

Nach dem Eintritt von Microsoft in den PDA-Markt mit Windows CE und dem damit verbundenen Verlust von Martkanteilen benötigten viele Hersteller von Palm-Handhelds lange Jahre, um Geräte mit attraktiven Features zu entwickeln. Gleichzeitig schwindet der PDA-Markt im Gesamten und verliert Boden gegen Mobiltelefone, die immer breitere Funktionsbereiche aus dem einstigen Kernbereich der PDAs wie Desktopsynchronisation oder nachinstallierbare Software abdecken.

Hersteller

Palm Handhelds werden vom Palm, Inc., einer börsennotierten Tochter von 3Com, Palm erzeugt.

PalmSource ist als der Hersteller des Betriebssystems PalmOS von Palm rechtlich unabhängig und verkauft Lizenzen des Betriebsystems an alle interessierten Hardware-Hersteller, die dann ihre eigenentwickelte Hardware damit ausrüsten. Lange Zeit stagnierte das Featureset von PalmOS in den Version 3 und 4, und erst mit den jüngsten Versionen 5 (Garnet) und 6 (Cobalt) beinhaltet PalmOS Funktionen wie Multitaskingfähigkeit, Unterstützung für Bluetooth und “WLAN sowie geschützte Speicherverwaltung, die ein modernes Betriebssystem auszeichnen

Modelle

In freier Wildbahn sind Gebraucht- oder Neugeräte folgender Modelle zu finden:

  • Palm IIIe (2 MB RAM, 16 MHz Taktrate, nicht upgradebares Betriebsystem)
  • Palm III (2 MB RAM, 16 MHz Taktrate)
  • Palm IIIx (4 MB RAM, 16 MHz Taktrate)
  • Palm IIIxe (8 MB RAM, 16 MHz Taktrate)
  • Palm IIIc (8 MB, Farbdisplay)
  • Palm V (2 MB RAM, 16 MHz)
  • Palm Vx (8 MB, 20 Mhz)
  • Palm m100 (2 MB)
  • Palm m105 (8 MB)
  • Palm m125 (8 MB)
  • Palm m130 (8 MB, Farbdisplay, LiIon-Akku)
  • Palm m500 (8 MB, 33 Mhz)
  • Palm m505 (8 MB, 33 MHz, Farbdisplay)
  • Palm m515 (16 MB, 33 MHz, Farbdisplay)
  • Palm Tungsten
  • Palm Zire
  • Palm Treo
  • Sony Clié-Modelle mit allen vorstelllbaren Features wie Kamera, hochauflösendes Display, Audioplayer.

Sony ist war der innovativste Hersteller von palm-powered-Produkten, hat aber den westlichen Markt im Jahr 2005 aufgegeben.

  • Handspring Visor (vgl. Palm IIIe)
  • Handspring Visor Deluxe (vgl. Palm IIIxe)
  • Handspring Visor Platinum (8 MB, 33 MHz)
  • Handspring Visor Prism (vgl. Palm IIIc)
  • Handspring Visor Edge (vgl. Palm Vx)
  • Handspring Treo Serie

Handspring wurde 1998 von den beiden ehemaligen Palm-Managern Donna Dubinsky und Jeff Hawkins gegründet und war danach lange Zeit jenes Unternehmen, das Palm am Markt die meiste Konkurrenz bot. 2003 kauft Palm Handspring wieder auf, und als Ironie der Geschichte erreichte Palm mit der von Handspring entwickelten Smartphone-Serie Treo den gelungener Eintritt in den Kommunikationsmarkt.

  • IBM WorkPad 30X (baugleich mit Palm IIIx)
  • IBM WorkPad c3 (baugleich mit Palm Vx)
  • IBM WorkPad c500, c505 (baugleich mit Palm m500, m505)

Für IBM erzeugte Palm bis 2002 OEM-Versionen seiner Geräte, die im wesentlichen durch eher schwarze Gehäuse und andere Softwarebeigaben unterscheidbar waren.

  • HandEra (früher TRG) mit CF-Erweiterungsslots
  • Symbol mit Barcodescannern, größeren Displays oder anderen nischenmarktgerechten Ausrüstungen

Alternativen

PalmOS ist ein Handheld-Betriebssystem mit einem Marktanteil von ca. 30 bis 40 Prozent (2005; je nachdem, wem man glaubt und wie der misst). Menschen, die sich nicht für einen Palm entscheiden, haben u.a. diese Alternativen:

  • Windows Mobile-Geräte von hp, Dell, Acer und anderen
    • Stiftbedienung.
    • Breite Unterstützung durch Drittsoftwarehersteller.
    • Hemdtaschentauglich.
    • Windows Mobile hieß früher auch Windows CE und Windows Powered.
  • Smartphones wie den Nokia Communicator, Nokias Serie 60, SonyEricssons Modelle der Reihe 700ff.
  • BlackBerry von RIM, ein Gerät mit dem Fokus auf drahtlose/mobile E-Mail-Lösungen.

Eine Liste von PDAs, die die Mühen der Evolution nicht überstanden haben, gibt’s hier.