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Das Pickerl auf dem Cover zitiert die “Brigitte” mit einer mutigen Ansage: “Besser als Dan Brown.” Viel Lob findet man auch auf der Cover-Rückseite, so sagt der SPIEGEL über Sam Bournes Die Gerechten: “Einer der besten der Saison”.

Worum geht es?

“Die Gerechten “ segelt im Kielwasser von Dan Browns Sakrileg, das erschließt sich schon alleine aus der Gestaltung des Umschlags mit Kreuzsymbolik und blutroter mittelalterlicher Schrift.

Buchcover: Sam Bourne, Die GerechtenBournes Thriller entsteht aus einem bekannten Satz von Zutaten: Archaische Mythen, religiöse Eiferer, Schauplätze rund um die Welt und ein anfangs ahnungsloser Held, der mit Hilfe einer klugen und schönen Frau tiefer und tiefer in die komplexen Zusammenhänge einsteigt.

Will Monroe ist Jungjournalist bei der New Yorker Times, unerfahren und ambitioniert. Zufällig stößt er auf Zusammenhänge zwischen zwei Morden, die an der Oberfläche kaum miteinander in Verbindung zu bringen wären: Beide Mordopfer sind zwar Zeit ihres Lebens keiner offiziell ehrenwerten Beschäftigung nachgegangen, haben aber unerkannt und anonym Gutes getan.

Viel Zeit bleibt Monroe nicht, diese Spuren weiter zu verfolgen – die Nachricht von der Entführung seiner geliebten Frau trifft ihn wie ein Keulenschlag, und seine gesamten Recherche-Kenntnisse setzt er nun natürlich dafür ein, seine Frau wieder zu finden.

Die Spuren führen in die traditionell jüdisch-chassidische Kultur im New Yorker Stadtteil Crown Heights – einem Viertel wie aus einem anderen Zeitalter. Will Monroe versichert sich der Hilfe seiner früheren Geliebten und eines computererfahrenen Freundes, um die Spuren in der jüdischen Gemeinde weiter zu entwirren.

Bald wird Will klar, dass die Entführung seiner Frau nur ein kleiner Mosaikstein im Gefüge einer Verschwörung ist, die ihre fundamentalistische Ideologie aus der Geschichte um Gottes Zerstörung der Stadt Sodom im Alten Testament ableitet – Massenmord inklusive. Will Monroe bleiben kaum zehn Tage, um die Köpfe der Verschwörungsbewegung zu identifizieren und damit auch seine Frau aus den Händen der Entführer zu retten.

Besser als Dan Brown?

Einen Thriller mit religiösem Hintergrund besser als Dan Brown zu schreiben ist eine hohe Herausforderung. “Die Gerechten” schafft die Hürde – zum Teil.

Zum Ersten: Anders als Dan Brown vermeidet Sam Bourne die allzu offensichtlichen cliff hanger, also spannungsgeladene Kapitelenden, die den Helden mitten in einer Gefahrensituation aus unserem Blickfeld bringen. Bei Dan Brown merkt man nach einigen dieser Konstruktionen die Absicht und fühlt sich als Leser unterschätzt.

Zweitens: Sam Bourne hat besser recherchiert. Die Aktionen seines befreundeten Internetgurus sind nicht sol peinlich fehlerhaft wie etwa Browns Erläuterungen zu Computerviren in Diabolus.

Aber: All das macht noch kein besseres Buch aus “Die Gerechten”. ein Thriller in brown’schen Stil lebt von der atemlosen Spannung, überraschenden Wendungen und gut verwobenen wissenschaftlichen Fakten.

“Die Gerechten” kann bei allen diesem Faktoren punkten.

Mein Fazit: Nicht besser als Dan Brown, aber sicher ein lesenswerter Thriller für alle, die das Warten auf den nächsten Brown-Roman gerne mit einem Buch in seinem Stil überbrücken wollen.

Ewan McGregor wird in der Verfilmung von Angels & Demons den Sekretär des Papstes, Camerlengo Carlo Ventresca spielen.

Ewan McGregor, Darsteller des Camerlengo in "Illuminati" Die etwas älteren Kinogeher erinnern sich vielleicht noch an “Trainspotting”, mit dem Ewan McGregor erstmals international aufgefallen ist. Spätestens seit seiner Darstellung des jungen Obi-Wan Kenobi in den “Star Wars”-Sequels ist Ewan McGregor in der ersten Liga der Hollywoodstars angelangt.

Carlo Ventresca ist neben Robert Langdon eine der interessantesten Figuren in “Illuminati”, beruht doch ein großer Teil der Recherchearbeit Langdons auf seiner intimen Kenntnis des Vatikan und der Intrigen rund um die Papstwahl.

Die stückweisen Enthüllungen über die wahren Motive des Camerlengo lichten die Nebel, die sich um die Entführung und Ermordung der vier Kardinäle ranken. In einem nervenraubenden Showdown stehen Robert Langdon und der Camerlengo in einem Hubschrauber hoch über dem Vatikans gegenüber.

(Foto von Ewan McGregor: Wikimedia Commons)

Bertelsmann wird im März 2007 das erste Jahresergebnis seit 2002 vorlegen, zu dem keine Umsätze aus einem Dan-Brown-Buch beigetragen haben.

Der Literaturbetrieb ist finanziell hochgradig abhängig von den Bestsellern, und nur schwere Kaliber wie J.K. Rowling mit Harry Potter oder eben Dan Brown halten die großen Verlage über Wasser und verschaffen ihnen den budgetären Freiraum für kleinere Titel und Nischenprodukte. Jeder Bestseller bringt Scharen von Kunden in die Buchläden und steigert dabei als Nebeneffekt auch den Umsatz mit den anderen Büchern der Verlage.

Das nägelkauende Warten auf den seit gut zwei Jahren erwarteten nächsten Dan-Brown-Megaseller wird also immer unüberhörbarer.

Dan Brown juckt das offensichtlich nicht.

Der Verlag kündigt zwar im Jahresabstand neue Veröffentlichungstermine an, kann aber auch nicht mehr als hoffen, wenn das Manuskript nicht eintrifft.

Für heuer sagt uns also Stephen Rubin, der Vorstand der Bertelsmann’s Doubleday Broadway Publishing Group:

Dan Brown plant ein sehr spezielles Veröffentlichungsdatum für sein neues Buch, und bei der Veröffentlichung werden die Leser sehen, warum das so ist.

Ein spezielles Datum für ein Buch, das sich um die Gründung der USA dreht und die Freimauerschaft zum Thema hat?

Die Spekulationen kreisen derzeit um den amerikanischen Unabhängigkeitstag – wird “The Solomon Key” am 4. Juli 2008 erscheinen?

Weihnachten naht unaufhaltsam, und die Auswahl der Geschenke ist wie alljährlich ein Marathonlauf durch Listen voller Tipps und Ideen. Für echte Leser ist ein Buch natürlich ein immer gern gesehenes Geschenk, aber auch der Rest der Menschheit kann mit Gedruckten oft was anfangen. Sachbuch statt Belletristik ist die Lösung des Geschenk-Dilemmas.

Wer eines der vier neu erschienenen Kochbücher schenkt, hat zusätzlich noch die Chance, dass sich der Beschenkte mit einem leckeren Essen revanchiert. Die Rezepte machen jedenfalls Appetit…

Ein Klumpen Antimaterie ist in Illuminati der Auslöser der ganzen verzwickten Handlung, die schließlich im Vatikan endet. Aus einem Labor des CERN wird der hochbrisante Stoff gestohlen und von Robert Langdon mit hübscher Begleitung quer durch den katholischen Kleinstaat verfolgt.

Ob Dan Brown bei der Schilderung der physikalischen Tatsachen die Fantasie durchgegangen ist, kann der neugierige Leser direkt bei den Experten prüfen: Das CERN zeigt in den Fragen und Antworten über “Angels and Demons” und die Antimaterie, wo Dan Brown geflunkert hat.

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