Neulich hatte ich meine ersten intensiveren Kontakt mit Windows Vista (ich bin kein early adopter, wenn’s um Betriebssysteme geht) – und ich war enttäuscht. Zwar ist die Aero-Oberfläche optisch reizvoll, auch an der neuen Bedienung kann man ein paar positive Aspekte entdecken, aber insgesamt fühlte ich Ähnlichkeiten zu auskühlender zäher Lava. Das Netzwerk war quälend laaangsaaam…
Die Hardware schied als Ursache aus: Das Samsung-Notebook M60 mit 2 GB RAM und intel Core 2 Duo ist eindeutig üppig ausgestattet.
Schuld an der Misere war scheinbar der “New Generation TCP/IP Stack” in Windows Vista, der sich selbst auf die bestmögliche Netzwerkperformance einstellen sollte und dafür ein Feature namens Receive Window Auto-Tuning mitbringt. In meiner Hardwarekonstellation tat er offensichtlich das Gegenteil.
Überprüfung der Netzwerkhardware auf Vista-Kompatibiliät
Von Microsoft gibt’s ein Online-Tool, das die Kompatibilität der eigenen Netzwerkkomponenten wie NIC oder WLAN-Router mit dem Vista-TCP/IP-Autotuning überprüft. Die Testresultate liefern eventuell erste Hinweise auf Vista-Unverträglichkeiten der Netzwerkhardware. In meinem Fall war zwar alles in bester Ordnung – nur das Internet war halt langsam.
Receive Window Auto-Tuning konfigurieren
Der TCP/IP-Stack ist über die Netshell auf der Windows-Kommandozeile konfigurierbar. Das geht so:
- Öffne eine Eingabeaufforderung mit Administratorrechten
- Aus Neugier: Zeige die derzeitige Konfiguration des TCP/IP-Stacks an
netsh interface tcp show global
Die ZeileReceive Window Auto-Tuning LeveloderAutom. Abstimmungsgrad Empfangsfensterin der deutschen Vista-Ausgabe zeigt den derzeit eingestellten Wert fürs Auto-Tuning an. - Drehe an den Netzwerk-Schrauben:
Schalte das Autotuning komplett ab mit dem Befehl
netsh interface tcp set global autotuninglevel=disabled
Oder erlaube nur sehr eingeschränktes Autotuning:
netsh interface tcp set global autotuninglevel=highlyrestricted
- Schalte das Autotuning wieder ein, falls die Netzwerk-Geschwindigkeit nicht steigt:
netsh interface tcp set global autotuninglevel=normal
Die Einstellung auf highlyrestricted bringt eine gefühlte Verbesserung. Mal schauen, wie lange das anhält…
Nachtrag: Das Fazit aus ein paar Tagen Test: Weder die Einstellung highlyrestricted noch normal ändert das Verhalten der WLAN-Schnittstelle. Mal läuft’s gut, dann wieder nicht. Dubios.
(Foto: ryano)
Andreas
17. November 2007, 01:48
Michael
17. November 2007, 02:55
Fabian
20. November 2007, 00:01